Locked in. Wach auf, wenn du kannst – Holly Seddon

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“Manche Geheimnisse verschwinden von selbst. Andere nie. Sie sind nur eingeschlossen.”

 

 

 

Zum Inhalt:

Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben?

Der erste Satz:

Musik dröhnte durch Amys Körper und hämmerte in ihrem Herzen.

Rezension:

Ich muss ehrlich zugeben, dass “Locked in – Wach auf, wenn du kannst” sehr lange ungelesen in meinem Bücherregal gestanden hat. Irgendwann war ich dann doch neugierig und begann zu lesen. Gott sei Dank!

Zunächst einmal gefällt mir der Schreibstil der Autorin sehr gut. Es gibt mehrere Erzählperspektiven und so gibt es verschiedene Sichtweisen auf die Geschichte. Da hätten wir zunächst einmal die alkoholkranke Journalistin Alex. Alexs Leben ist nach der Trennung von ihrem Mann Matt komplett aus den Fugen geraten. Ihre Alkoholsucht hat nicht nur ihre Ehe, sondern auch ihr Leben zerstört. Alex Tage gehen nur bis 12 Uhr mittags, danach verschanzt sie sich zu Hause und lässt sich bis zur Besinnungslosigkeit volllaufen.

“Da Alex wusste, wann man es gut sein lassen sollte, bat sie die Schwester, dem Besucher ihre Visitenkarte zu geben –  nur für den Fall -, und verließ die Station. Es war ohnehin schon fast zwölf, und sie musste dringend nach Haus.” (Alex, 8. September 2010, S. 41)

So richtig habe ich bis zum Schluss nicht verstanden, was ihr Alkoholproblem mit der ganzen Geschichte zutun hat, denn eigentlich war dieser Aspekt völlig unnötig. Zu Alex habe ich den ganzen Roman über keinen Zugang gefunden.

Dann gibt es noch die Sichtweise von Jacob. Zunächst konnte ich ihn nicht richtig in die Geschichte einordnen, doch nach einiger Zeit begreift der Leser, welche Rolle Jacob spielt.

Und dann erlebt der Leser noch die Sichtweise von Amy, die seit Jahren bereits im Wachkoma liegt. Amy ist etwas Schlimmes zugestoßen, doch keiner hat bisher Licht in die Geschichte bringen können. Mit Amy habe ich am meisten gelitten. Sie liegt in ihrem Krankenhausbett und kann nicht erklären, was mir ihr geschehen ist.

“Alex war heute wieder da, und es war nicht so nett wie die letzten Male. Ich muss gedöst haben, als sie kam, denn ich habe offenbar den ersten Teil verpasst und deshalb nur lauter komische Sachen gehört. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass sie mit einer anderen Amy gesprochen hat, einer Amy, der es in letzter Zeit nicht so gut gegangen ist, aber ich habe das Ganze nicht so richtig kapiert. Sie hat davon gesprochen, dass man was mit älteren Männern hat und die einem wehtun. Ich meine, ich fand es ein bisschen unpassend, aber vielleicht hat sie sonst niemanden, mit dem sie über so was reden kann.” (Amy,irgendwann 2010, S. 357)

Mein Fazit: Die Geschichte und der Schreibstil der Autorin haben mir sehr gut gefallen. Der Roman hat mich von Anfang an gefesselt und durch den Pespektivwechsel bleibt die Geschichte bis zum Schluss spannend.

 Details:

Locked in. Wach auf, wenn du kannst von Holly Seddon
 Roman
 Übersetzung: Finke, Astrid
 Originaltitel: Try Not To Breathe
 Verlag: Heyne (2016)
 Kartoniert, Großformatiges Paperback. Klappenbroschur, 432 S.
 ISBN-13: 978-3-453-41922-3
 Preis: 12,99 Euro
Meine Bewertung:

        
        

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