Eisige Schwestern – S.K. Tremayne

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 „Kirstie oder Lydia?

Gut oder böse?

Lebendig oder tot?

Welches meiner Mädchen bist du?“

 

 

Zum Inhalt:

Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt. Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert.

Rezension:

Kirstie oder Lydia? Welcher Zwilling wurde beerdigt?

Diese Fragen stellt Sarah sich, als ihre 7-jährige Tochter Kirstie ein Jahr nach der Beerdigung ihrer Schwester behauptet, sie sei eigentlich Lydia. Was hat es mit ihrer Behauptung auf sich? Leidet sie womöglich an Schizophrenie? Oder wurde tatsächlich der falsche Zwilling beerdigt? Was verheimlicht ihr Mann Angus? Und welche Rolle spielt sie selber in der Geschichte?

Um endlich zur Ruhe zu kommen, beschließt die Familie nach dem schweren Schicksalsschlag, alle Segel in London abzubrechen und auf einer einsamen, schottischen Insel ihren Frieden zu finden. Doch dort angekommen, bemerkt die Familie schnell, dass die Einsamkeit sie zu verschlingen droht. Kirstie findet keinen Anschluss in der Schule, hinzu kommt, dass sie immer wieder mit ihrem seltsamen Verhalten auffällt und immer wieder behauptet, sie sei doch Lydia. Immer wieder erleidet sie Zusammenbrüche und auch Sarahs und Angus Ehe steht auf der Kippe. Sarah bemerkt, dass Angus ihr in einigen Punkten nicht die Wahrheit sagt und auch sie selber scheint ein dunkles Geheimnis in sich zu tragen. Durch das ganze Buch zieht sich eine ‚eisige‘, dunkle, mysteriöse Stimmung. Seite um Seite steigt die Spannung. Wer sagt eigentlich die Wahrheit? Und was ist an dem schicksalshaften Abend damals passiert? Wer ist eigentlich noch glaubwürdig in der Geschichte? Je mehr der Leser in die Handlung einsteigt, desto mehr Fragen werden aufgeworfen. Der Autor schreibt seinen Roman aus unterschiedlichen Perspektiven, wobei Sarahs Sichtweise den größten Teil des Romans einnimmt. Und immer wieder tritt die zentrale Frage des Romans in den Vordergrund: Wer ist der überlebende Zwilling?

Am Ende fügt sich alles zusammen und lässt den Leser staunen. Ein durchaus empfehlenswerter Roman – für Männer und für Frauen. Bis zum Schluss weiß der Leser nicht, welche Tochter nun überlebt hat. In jedem Kapitel musste ich meine Vermutungen wieder über den Haufen werfen und neue Vermutungen aufstellen. Allerdings lag ich oftmals falsch mit meinen Ideen.

Das Einzige, was mich an dem Roman gestört hat, war die Bezeichnung ‚Psychothriller‘, treffender wäre ‚Familiendrama’.

Details:

Eisige Schwestern von S.K. Tremayne
Psychothriller
Übersetzung: Wallbaum, Susanne
Originaltitel: The Ice Twins
Verlag: Droemer/Knaur (2015)
Sprache: Deutsch
Kartoniert, 400 S.
ISBN-13: 978-3-426-51635-5
Meine Bewertung: 

        
        

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