Gute Geister – Kathryn Stockett

Gute-geister-200x300test

 

 

 

„Veränderung beginnt mit einem Flüstern“

 

 

 

Zum Inhalt:

Mississippi, 1962: Die junge Skeeter wünscht sich nur eins: Sie will weg aus dem engen Jackson und als Journalistin in New York leben. Um etwas zu verändern, verbündet sie sich mit zwei schwarzen Dienstmädchen: Aibileen zieht die Kinder ihrer Arbeitgeber auf – das Tafelsilber darf sie aber nicht berühren. Und Minny ist auf der Suche nach einer neuen Stelle. Sie ist bekannt für ihre Kochkünste, aber sie ist auch gefürchtet: Denn Minny trägt das Herz auf der Zunge. Gemeinsam beschließen die drei Frauen, gegen die Konventionen ihrer Zeit zu verstoßen und etwas zu wagen. Denn sie alle haben das Gefühl zu ersticken und wollen etwas verändern – in ihrer Stadt und in ihrem eigenen Leben.

 

Rezension:

Kaum zu glauben, aber wahr, an diesem ‚Schätzchen‘ wäre ich beinahe vorbeigelaufen. Wochenlang leuchtete mir dieses Buch von den Regalen der Buchhandlungen entgegen. Egal welche Buchhandlung ich betrat, immer wieder fiel mir der Titel ‚Gute Geister‘ entgegen. Irgendwann fasste ich den Entschluss, dass ich dieses Buch haben muss. Und gleich von der ersten Seite an, wusste ich, dass es etwas ganz Besonderes ist. Es fällt mir immer noch schwer, die passenden Worte für ein solch großartiges Buch zu finden!

Ein Buch, das die Geschichte dreier Frauen erzählt, die unterschiedlicher kaum sein können. Zum einen haben wir die junge Skeeter, die mich immer ein bisschen an mich selbst erinnert. Sie hat erfolgreich ihr Studium abgeschlossen und möchte nun als Journalistin Karriere machen. Die großen Jobs lassen allerdings auf sich warten und so beginnt sie für die Lokalzeitung in Jackson, die wöchentliche Putzkolumne zu schreiben. Skeeter, die absolut keine Ahnung hat, wendete sich an Aibileen, dem schwarzen Dienstmädchen ihrer Freundin. Aibileen ist bereits 56 Jahre alt und hat ihr Leben damit verbracht, die Kinder weißer Frauen großzuziehen und zu allem Überfluss bekommt sie jetzt auch noch verkündet, dass sie von nun an ihr eigenes Toilettenhäuschen im Garten hat. Aibileen hilft Skeeter bei ihrer Arbeit und schnell bemerkt Skeeter, welche Ungerechtigkeit in ihrer Stadt herrscht. In ihr reift der Entschluss, etwas zu verändern… Gemeinsam mit Aibileen beginnt sie ein Buch über das Leben und Wirken der schwarzen Dienstmädchen zu schreiben .

Dann gibt es noch meinen Lieblingscharakter Minny, die kein Blatt vor dem Mund nimmt und dadurch auch in so manches Schlamassel gerät. Sie ist eine so starke Persönlichkeit, aber auch unglaublich warmherzig und ehrlich.  Sie beweist ungeheuren Mut, als sie sich gegen ihre Arbeitgeberin stellt und auch dadurch ihren Job verliert. Nach und nach schließen sich immer mehr Dienstmädchen zusammen und erzählen Skeeter von ihren Erfahrungen. Und schon ist eine Welle ausgelöst worden, die sich nicht mehr stoppen lässt.

Ein Buch, das zum Lachen, Weinen, Schmunzeln und Nachdenken anregt und mich bis heute zutiefst bewegt.  Es bringt dem Leser die Geschehnisse, aber auch die Probleme und Nöte der schwarzen Bevölkerung in den 60er Jahre nahe. Der Leser fühlt sich durch die guten Schilderungen (Bsp. Kennedys Tod) nicht nur in die damalige Zeit zurückversetzt, sondern kann sich auch in die Hauptpersonen hineinfühlen, denn jeder Charakter schildert seine Sicht der Dinge aus der Ich-Perspektive.

Ein Buch, das zeigt, dass Freundschaft und Menschlichkeit nicht von der Hautfarbe abhängig sind und dass man nur gemeinsam etwas bewegen kann.

 

Details:

Gute Geister von Stockett, Kathryn
Übersetzung: Cornelia Holfelder-von der Tann
Originaltitel: The Help
Verlag: btb (2011)
Sprache: Deutsch
Kartoniert, 608 S.
ISBN: 9783641059408
Meine Bewertung:

        
        

Schreibe einen Kommentar