Die letzten Tage von Rabbit Hayes – Anna Mc. Partlin

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„Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.“

 

 

 

 Zum Inhalt:

Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst …
Die Geschichte von Rabbit Hayes: ungeheuer traurig. Ungeheuer tröstlich.Anna McPartlin auf der Höhe ihres Könnens: ein zutiefst ergreifender Roman über das Leben und das Sterben

 

Rezension:

„Was auch passiert, ich werde leben, als ob ich nicht sterben müsste, weil es heute nicht so ist. Heute bin ich hier, und der Boden muss gesaugt werden, Klamotten müssen gewaschen werden und die Hausaufgaben meiner Tochter müssen kontrolliert werden. Heute bin ich hier und am Leben, und jetzt ist es meine Aufgabe, die Welt meiner Tochter mit Liebe zu füllen, mit Glück und mit Sicherheit“

Rabbit hat Brustkrebs und dieser hat schon in alle wichtigen Organe gestreut. Als mir dieses Buch zum ersten Mal in die Hände fiel, habe ich lange mit mir gerungen, ob es das Richtige für mich ist. Im Nachhinein kann ich sagen: Ich habe es keine einzige Seite bereut!

Das Buch beginnt mit dem Eintreffen Rabbits im Sterbehospiz, begleitet wird sie von ihrer Mutter Molly:

„ ‚Scheiße!‘, flüstert sie und umklammert das Lenkrad. ‚Scheiße am Stiel, miese Schweinescheiße, verfickte, verfluchte, verlauste Kackerkacke! Ach Mist!‘ Mollys Herz lag in Scherben, und mit jedem ‚Scheiße!‘, das ihr über die Lippen kam, flogen die Splitter in alle Himmelsrichtungen.“

Rabbit hat noch neun Tage. Neun Tage, in denen sie es schaffen muss, ein neues Zuhause für ihre zwölfjährige Tochter Juliet zu finden. Neun Tage um ihrer Familie Lebewohl zu sagen. Neun Tage, die alles verändern werden.

Besonders gut gefallen hat mir der Perspektivwechsel. Es geht nicht nur um Rabbit, sondern vielmehr um ihre ganze Familie. Jedes Familienmitglied schildert seine Sicht der Dinge. Zum Beispiel ihre Eltern, die alles Menschenmögliche versuchen, um Rabbit zu retten. Aber auch ihre Geschwister, die zu Beginn nicht miteinander, sondern gegeneinander agieren. Und nicht zu vergessen Rabbits Tochter, die mehr mitbekommt, als die anderen alle denken und dabei auch noch ganz schnell Erwachsen werden muss.

” ‚Ich liebe dich, Ma!‘, flüsterte sie. Rabbits Augenlieder hoben sich leicht. ‚Juliet?‘ – ‚Wenn ich mir von allen Müttern auf der Welt eine hätte aussuchen dürfen, hätte ich dich ausgesucht. Du warst unglaublich. Du bist unglaublich.‘”

Zu guter Letzt wird auch immer wieder die Geschichte von Jonny –  Rabbits großer Liebe –  in die Geschichte verwoben.

Rabbit Hayes ist eine so starke Persönlichkeit, dass ich mir manches Mal gewünscht habe, ich wäre ein Stückchen wie sie. Sie kämpft bis zur letzten Minute gegen den Krebs, auch wenn sie den Kampf schon längst verloren hat. Eine Geschichte, die mich bis aufs Mark getroffen hat. Es ist keineswegs nur todtraurig, sondern auch herzerfrischend und manches Mal habe ich sogar laut losgelacht. Am Ende der Geschichte bleibt allerdings kein Auge trocken.

 

Details:

Die letzten Tage von Rabbit Hayes von Anna McPartlin,
Übersetzung: Längsfeld, Sabine
Verlag: Rowohlt TB. , 2. Aufl. (2015)
Sprache: Deutsch
Kartoniert, 512 S
ISBN-13: 978-3-499-26922-6
Meine Bewertung:

        
        

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