Das Apfelblütenfest – Carsten Sebastian Henn

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Liebe in Zeiten der Apfelblüte

 

 

 

 

Zum Inhalt:

Jules war neun Jahre alt, als er eine Stellenanzeige in den größten und schönsten Baum im Apfelhain der Familie ritzte. Er suchte damals eine Haushälterin für seinen Vater, dem nach dem Tod seiner Frau alles über den Kopf wuchs. Seitdem sind zwanzig Jahre vergangen, Jules’ Vater ist längst tot, und er selbst hat widerwillig das Hofgut übernommen, auf dem Calvados und Cidre produziert werden. Und plötzlich bewirbt Lilou sich um die Stelle bewirbt, eine fröhliche, eigensinnige junge Frau, die in dem kleinen Ort an der normannischen Küste als Heilpraktikerin arbeitet. Nach und nach öffnet sie Jules das Herz, für die Schönheit der Natur und auch für die Liebe. Doch allzu schnell müssen die beiden erkennen, wie zerbrechlich Liebe sein kann, wenn das Schicksal eingreift …

Rezension:

Zunächst einmal finde ich das Cover des Buches wunderschön! Die hellen Farben, die Blumen, der kleine Vogel,… Ideal für den Urlaub! Und genau aus diesem Grund habe ich dieses Buch bei wunderschönem Wetter auf meiner Terrasse verschlungen. Der Leser wird auf eine wunderschöne, aber auch tragische Reise in die Normandie mitgenommen.

Das Buch beginnt mit dem neunjährigen Jules, der mit seinem Vater auf einem Landgut im Norden Frankreichs lebt. Jules wünscht sich für seinen Vater, der nach dem Tod der Mutter ein einsames Leben führt, einen Neuanfang und so ritzt er eines Nachmittags eine Stellenanzeige in dem Apfelbaum “Louis XIV”:

“Suche nette Haushälterin für meinen Vater,

dem alles über den Kopf wächst &

der sein Glück verloren hat. Alter egal.

Sie muss ihn nur wieder zum Lächeln bringen.

 

Jules Lignier

Le lieu Joan (Ganz am Ende)

Beuvron-en-auge

(Sie können auch sonntags kommen,

bin fast immer da) “(S. 13)

Jahrzehnte später, im Mai, wenn in der Normandie die Apfelbäume blühen, findet auf dem Hof von Jules Lignier, Cidre- und Calvadoshersteller in der fünften Generation, das bekannte Apfelblütenfest statt. Nur ungern hat Jules das Landgut seiner Familie vor einigen Jahren übernommen. Er ist fleißig und arbeitet hart, doch ist er für seine Mitmenschen oft unnahbar. Doch dann tritt Lilou in sein Leben und öffnet ihm nicht nur die Augen, sondern auch sein Herz. Lilou ist das komplette Gegenteil von Jules: lebensfroh, eigensinnig und optimistisch. Auf gut Deutsch gesagt: Lilou macht Jules ordentlich Feuer unter dem Hintern! Doch ein schwerer Schicksalsschlag holt die beiden in die grausame Realität zurück.

Zurück zu meiner persönliche Meinung: Der Autor schafft tolle Bilder vor dem geistigen Auge des Lesers und entführt ihn in eine Welt, die eigentlich zu schön ist, um wahr zu sein und doch macht der Autor darauf aufmerksam, dass auch das Glück vergänglich ist. Der Schreibstil ist sehr angenehm, leicht und bildhaft. Am meisten jedoch haben mir die spritzigen Dialoge zwischen Jules und Lilou gefallen. Die Handlung, die in einem kleinen französischen Dorf spielt, verleiht dem Leser ein gewisses Urlaubsfeeling und doch ist da immer wieder diese schwarze Wolke, die über das Landgut verweilt und dies verleiht dem ganzen einen bitteren Beigeschmack.

Alles in allem hat mir der Roman gut gefallen. Manche Situationen fand ich etwas weit hergeholt und deshalb konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen, warum der Autor die Protagonisten so reagieren lässt. Für den Urlaub würde ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen! Aber bitte nicht die Taschentücher vergessen!

Details:

Das Apfelblütenfest von Carsten Sebastian Henn
Roman
Verlag: Pendo (2016)
Gebunden, 352 S.
210 mm
ISBN-13: 978-3-86612-386-1
Meine Bewertung:

        
        

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